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Gelsenkirchen-lebendige Stadt im Ruhrpott
Gelsenkirchen liegt im Ruhrgebiet, im Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Denkt man an Gelsenkirchen und seine Lage im Ruhrgebiet, kommen gleich bestimmte Assoziationen auf: Schalke, Kohlenpott, breiter Dialekt, der gerne durch das Zitat "hömma, hier hammwa kein Dialekt" humoristisch beleuchtet wird.
Gelsenkirchen ist neben dem traditionsträchtigen Fußballverein Schalke Null Vier aber auch geprägt durch die kulturelle Vielfalt im gesamten Ruhrgebiet, und nicht zuletzt durch den Titel Kulturhauptstadt 2010, die Gelsenkirchen und seine Region in den Fokus des Interesses gerückt haben.
Zeit, sich abseits der gängigen Klischees ein Bild von dieser vielfältigen Stadt zu machen:
Allgemeines
Die Stadt Gelsenkirchen gehört zum Regierungsbezirk Münster sowie zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Regionalverband Ruhr.
Gelsenkirchen hat heute rund 260.000 Einwohner und gilt somit offiziell als Großstadt.
Der ehemalige Beiname Gelsenkirchens, "Stadt der 1000 Feuer" geht auf die Hochzeit der Kohlegewinnung zurück, in der Kokereien überschüssiges Gas mithilfe von Fackeln verbrannten.
Gelsenkirchen ist gegliedert in die fünf Stadtbezirke Nord mit den Stadtteilen Buer, Scholven und Hassel, Mitte mit Altstadt, Bismarck, Bulmke-Hüllen, Feldmark, Heßler, Schalke und Schalke-Nord, West mit Horst und Beckhausen, Ost mit den Stadtteilen Erle, Resse und Resser Mark und schliesslich Süd mit den Stadtteilen Beustadt, Ückendorf und Rotthausen.
Die Hänge der Emschermulde und der Rhein-Herne-Kanal markieren die geografische Lage der Stadt im südwestlichen Westfalen.
Gelsenkirchen beeindruckt auch heute noch durch industriellen Charme und ist lebendige Kulisse, die den Strukturwandel im Ruhrgebiet und ein Stück gelebte Industriegeschichte auf besondere Weise repräsentiert.
Besonders ist vielleicht auch, dass ehemalige Industriestätten wie Zechen und Hütten heute Teil des Kulturlebens sind, die Routen der Industriekultur führen zu diesen eindrucksvollen Schauplätzen.
So erwarten den Besucher in Gelsenkirchen reizvolle Gegensätze, wie sie für das ganze Ruhrgebiet typisch sind.
Die Zechen und Hütten als Wahrzeichen der Industriegeschichte, stille, erholsame Momente an den Ufern des Rhein-Herne-Kanals, ein pulsierendes Kulturleben sowie ein abwechslungsreiches Nachtleben und nicht zuletzt die raue, ehrliche Herzlichkeit der Ruhrpöttler.
Sehenswürdigkeiten
Wer Gelsenkirchen einen Besuch abstattet, findet sich direkt im Herzen des Ruhrgebiets wieder, wer die Stadt am Ende wieder verlässt, sollte diese Eindrücke von spannenden Gegensätzen und sprühender Lebendigkeit mitnehmen:
Die Veltins-Arena
Keine Frage, kaum eine Region in Deutschland brennt so für den Fußball wie die Schalke-Anhänger für ihren Verein.Die Arena, die zu den modernsten der Welt zählt, verfügt über rund 53.000 Sitzplätze.
Bei einer Besichtigung gibt es allerlei technische Raffinessen zu entdecken.Das Dach der Veltins-Arena ist binnen weniger Minuten verschließbar, sodass eine vollständige Halle entsteht.
Der große Videowürfel prägt das Erscheinungsbild der Arena genauso wie der praktisch verschiebbare Rasen.
Neben dem runden Leder beherbergt die Arena auch regelmäßig Veranstaltungen anderer Sportarten, wie z.B. American Football, Handball oder die World Challenge im Biathlon.
Auch internationale Superstars wie Robbie Williams gastieren regelmäßig und gerne in der modernen Arena.
Vielleicht ist es ja sogar ein solches Konzert oder eine Opernaufführung, die Sie in das vielseitig genutzte Bauwerk der Superlative führt.
Aber auch abseits der Top-Veranstaltungen lohnt sich ein Besuch, den man gleich mit einer Führung vor Ort verbinden kann.
Natürlich sollte man Gelsenkirchen und den Pott nicht verlassen, ohne sich persönlich ein Bild der industriellen Geschichte gemacht zu haben.
Im Nordsternpark ist man dieser Geschichte ganz nah.
Hier, wo 1997 die Bundesgartenschau gastierte, stand bis zur Stilllegung im Jahr 1993 die Zeche Nordstern.
Auch heute noch kann man in dem weitläufigen Parkgelände, das zu Picknicks oder Spaziergängen einlädt, einen Blick auf den alten Zechenturm werfen.
Einen detaillierten und authentischen Einblick in die Lebensumstände der Bergleute gewinnt man beim Besuch einer typischen Bergmannsiedlung.
Die Siedlung Schüngelberg rund um die stillgelegte Zeche Hugo ist solch eine typische Siedlung.
Ein ganzes Jahrhundert ist mittlerweile seit dem Bau dieser Siedlung vergangen, und so weiß diese durch ihre Architektur zu beeindrucken.
Auch das alte Torhaus ist erhalten.
Neben den imposanten Gebäuden der ehemaligen Zeche Hugo ist auch die begrünte Berghalde Rungenberg sehenswert.
Zeche Hugo war noch bis ins Jahr 2000 aktiv, so entstand diese Halde, die Wahrzeichen und Kunstobjekt zugleich ist.
Natürlich entstanden wurde sie vom Schweizer Architekten Rolf Keller neu gestaltet.
So steht die Rungenberg-Halde auch sinnbildlich für die Verschmelzung von Industriegeschichte und Kultur im Ruhrpott.
Klassische Architektur
Natürlich gibt es auch in Gelsenkirchen andere imposante Bauwerke zu besichtigen.
So findet man im Stadtteil Gelsenkirchen-Buer das Schloss Berge.
Erbaut im Jahr 1246, verfügt das Schloss über einen Rokkoko-Park, der ein beliebtes Foto-Motiv bereithält: das Gelsenkirchener Stadtwappen in Form von Beetbepflanzung.
Wer einmal das royale Lebensgefühl nachempfinden will, kann im schlosseigenen Hotel einchecken, natürlich kein preiswertes Vergnügen.
Das Renaissance-Schloss Horst wurde zwischen 1554 und 1572 errichtet, ein Besuch lohnt sich vor allem für Architekturfans, aber auch geheiratet wird hier.
Das Schloss beherbergt nämlich das zentrale Standesamt von Gelsenkirchen.
Neben dem Besuch verschiedener Kulturveranstaltungen lädt das Schloss zum Speisen in den Kellerräumen ein.
Kunst und Kultur, Shopping und Umgebung
Neben der Industriekultur ist Kulturinteressierten besonders das Musiktheater ein Begriff.
Das Musiktheater im Revier deckt dabei alle Sparten ab, ob Oper, Musical oder Konzert, alles kann hier gehört und gesehen werden.Dabei reicht das Repertoire von der Zeit des Barrock bis hin zu zeitgenössischer Musik.
Das in großes und kleines Haus gegliederte Theater beherbergt seit 1978 auch die Tanzkompanie Schindowski.
Die Wege im Ruhrgebiet sind kurz, so sollte man sich als Kunst-und Kultur-affiner Mensch definitiv nicht den Besuch des traditionsreichen Schauspielhauses im nah gelegenen Bochum entgehen lassen.
Intendant Anselm Weber führt das Haus seit der Spielzeit 2010/2011, aber auch in der Vergangenheit stand das Schauspielhaus mit ehemaligen namenhaften Intendanten wie Peter Zadek oder Leander Haußmann für ein Theater mit erstklassigen und mitunter durchaus gewagten und viel beachteten Inszenierungen.
Auch die umliegenden Städte des Ruhrgebiets wie z.B. Dortmund laden zur Stippvisite ein, hier lässt es sich wunderbar shoppen und der Westfalenpark lädt zu entspannten oder aber Adrenalin-geladenen Stunden ein, denn wer will, kann einen Bungee-Sprung vom Dortmunder Fernsehturm wagen.
Berühmte Söhne der Stadt Gelsenkirchen
Ein solch buntes Fleckchen Erde wie Gelsenkirchen ist natürlich auch Heimat einiger bekannten Persönlichkeiten, zu ihnen zählen der Maler und Grafiker Fritz Duda, der Autor und Filmregisseur Heinrich Breloer, der kürzlich mit seiner "Buddenbrooks"-Neuverfilmung auf sich aufmerksam machte, und der ehemalige Fußballnational-Spieler Olaf Thon. |